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50 Jahre Familiengärtnerverein Buchholzer Mühle e.V.

Grußwort von Gerd Andres zum 50ig jährigen Jubiläum

v.l. Bürgermeister Bernd Strauch , Vors. Kleingärtnerverband K-H. Rädecker, Gerd Andres

02.07.2008 - Anlässlich seines 50igjährigen Bestehens feierte der Familiengärtnerverein Buchholzer Mühle e.V. vom 27. - 29.6.2008 ein großes Laubenfest. Zum Auftakt der Festlichkeiten am 27.06.08 überbrachten die Ehrengäste ihre Glückwünsche und Grußworte. Die Rede des hannoverschen MdB Gerd Andres können Sie hier nachlesen :

Lieber Udo König,
liebe Gartenfreunde und – freundinnen,
sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich sehr, dass Sie mich heute zum Auftakt Ihrer Festlichkeiten zum 50ig jährigen Bestehen des Familiengärtnervereins Buchholzer Mühle e.V. eingeladen haben und gratuliere ganz herzlich zu diesem Jubiläum.
Die Schrebergärten sind als grüne Oasen der Hobbygärtnerinnen und -gärtner aus unserem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Und sie sind auch aus dem Leben der Vereins-mitglieder nicht mehr wegzudenken, ist doch „der Garten eine ausgedehntere Wohnung“, wie der berühmte Gartenfreund Hermann Fürst von Pückler-Muskau einmal schrieb.
Wie wichtig diese „zweite Wohnung“ sein kann, sehen wir auch hier in Buchholz, denn nach Gründung im Jahre 1958 ist der Verein stetig gewachsen und zur Zeit sind es mit der Kolonie „Milanstraße“, die seit 1983 zum Verein gehört, über 130 Gärten und Gemeinschaftsflächen auf etwa 62 000 qm, in denen Sie sich erholen und arbeiten können.
Wie Sie vielleicht wissen, entstanden die ersten Kleingartenanlagen in Deutschland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihr Name „Schrebergarten“ stammt aber  interessanterweise von keinem Hobbygärtner, sondern von einem Arzt und Pädagogen.
Daniel Gottlieb Moritz Schreber setzte sich im Zeitalter der Industrialisierung und des mannigfachen sozialen Elends dafür ein, dass sich die Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, an der frischen Luft aufhielten und viel bewegten. Die von ihm angeregten Spielplätze waren mit Gärten für Erwachsene verbunden, aus denen sich dann die Kleingärten entwickelten.
Sowohl Selbstversorgungsbestrebungen wie auch der „Zurück zur Natur“- Gedanke spielten bei ihrer Ausbreitung eine wichtige Rolle. Schon 1920 gab es 200.000 Kleingartenpächter, nachdem 1919 mit der Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung erste gesetzgeberische Regelungen geschaffen worden waren.
Ende der 20er Jahre verzeichnete der Reichsverband der Kleingartenvereine bereits 392.000 Mitglieder, die in mehr als 3.500 Vereinen organisiert waren, und die Anzahl der Kleingärtner stieg bis gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bis über die Millionengrenze an.
In den letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren waren die Kleingärten als Anbaufläche für Obst, Gemüse und Kartoffeln von enormer Wichtigkeit.
In den Folgejahren verloren sie insgesamt etwas an Bedeutung, bedingt durch Wirtschaftswunder, volle Läden und Erschließung neuen Baulands, aber hier in Buchholz erkannte man den positiven Nutzen und gründete 1958 einen neuen Gartenverein.
Das Gebiet um den Mittellandkanal  konnte von der Stadt Hannover und teilweise der Kirche gepachtet werden. Unsere historische Buchholzer Windmühle als markante Landmarke wurde Sinnbild für den Vereinsnamen.
In Deutschland insgesamt setzte Ende der 70er Jahre ein Wandel ein, der die Schrebergärten wieder attraktiver machte. Die Gärten wurden erneut als Freizeitoasen entdeckt, und man erkannte, wie wichtig es ist, nach dem Bauboom wieder Grün in die Städte zu holen. Heute pflegen und bewirtschaften in der Bundesrepublik rund eine Million Menschen ihre Kleingärten
Selbstversorgung zu betreiben ist heute sicher nicht mehr so nötig wie früher, doch spielt dieser Gedanke immer noch eine Rolle, denn viele Kleingärtnerinnen und Kleingärtner schätzen es, ihr Obst und Gemüse biologisch anzubauen, um sich gesund zu ernähren.
In Zeiten, in denen ein Lebensmittelskandal den anderen ablöst, ist es schließlich nicht hoch genug zu bewerten, wenn man weiß, was man isst.
Aber auch der Erholungsraum spielt eine große Rolle. Ein Refugium zu haben, in dem man sich im Freien, in der Natur aufhalten kann, das ist auch heute noch ein starker Anreiz, sich um eine Parzelle in einer Laubenkolonie zu bewerben. Inmitten des Grüns und der Blütenpracht können wir stressgeplagten oder in Wohnungen lebenden Menschen von heute Ruhe und Entspannung finden. Und die gärtnerische Betätigung bietet einen willkommenen Ausgleich zu unserer meist sitzenden Lebensweise.
Und es ist auch kein Wunder, dass sich viele Kleingärtnervereine nicht nur für Natur- und Umweltschutz einsetzen, sondern ihn in ihren Anlagen auch aktiv betreiben. So weiß ich, dass auch Sie sich schon seit einigen Jahren verpflichtet haben,  keine chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel und Unkrautvernichter mehr einzusetzen.
Das kann zwar bedeuten, dass die Früchte vielleicht nicht mehr alle so schön aussehen, hat aber den Vorteil, dass die Ernte und der Boden giftfrei sind.
Nun spielt im Kleingärtnerverein natürlich nicht nur die Erholung im Grünen oder die Gartenarbeit eine gewichtige Rolle, sondern auch das Vereinsleben. Das reicht vom Plausch über den Gartenzaun über die gemeinschaftliche Pflege der Anlage bis zu den gemeinsamen Festen. Ich weiß, dass Sie dieses Vereinshaus selbst gebaut haben und auch die schönen Gemeinschaftsanlagen in Schuss halten, so dass auch viele Spaziergänger gern hier durchkommen.
Auch alle Veranstaltungen wie z.B. die Kinderfeste, Bastelabende, Ausstellungen und die „Groß Buchholzer Kulturtage“ finden ein breites Echo und werden gut besucht.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle die gute Arbeit des Vorstandes und aller Organisatoren besonders würdigen und ich denke in Ihrer aller Namen dafür auch danken.
Das gilt auch für alle Ehrenamtlichen, die in den 50 Jahren hier segensreich gewirkt haben
Ein Verein braucht immer die Tatkraft und das Engagement aller seiner Mitglieder.
Dass Ihr Verein immer Mitglieder gefunden hat, die die gemeinsamen Anliegen zu ihren eigenen machten und die gemeinsamen Aktivitäten organisierten, sehen wir an diesem 50ig jährigen Jubiläum und da ich unter den Anwesenden auch viele junge Leute sehe, ist auch die Zukunft des Familiengärtnervereins Buchholzer Mühle offenbar gesichert.
Und das Motto von Ihrer homepage
KLEINGÄRTNER SIND GAR NICHT SO SPIEßIG WIE IHR RUF
kann ich nur bestätigen.

Und so wünsche ich allen Vereinsmitgliedern und ihren Gästen heute eine schöne Jubiläumsfeier, ein schönes Laubenfest  bei gutem Wetter und weiterhin gutes Gedeihen und möchte hiermit auf das lange und erfolgreiche Bestehen des Vereins anstoßen.
Vielen Dank.

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